Osteopathie im 21. Jahrhundert / Berlin

Fachdozenten: Ben Rodriquez D.O. (D) & Dipl.-Psych. Gert Kowarowsky

Osteopathie im 21. Jahrhundert

In diesem Seminar verbindet sich erstmals das osteopathische Konzept des G.O.T. mit lebenslanger psychotherapeutischer Erfahrung in der Praxiswirklichkeit.

Nach dem erfolgreichen Start in 2021 jetzt noch einmal die Möglichkeit, diesen Kurs zu erleben!

Literatur: Kowarowsky, G.: Der schwierige Patient – Kommunikation und Patienteninteraktion im Praxisalltag, Kohlhammer, Stuttgart (3.Aufl.) 2019

Datum: 04.11.2022 – 06.11.2022
Ort: DämeritzSeehotel Berlin/Köpenick

Kosten: 550,00€

Kursbelegung:

SEMINARZEITEN

Freitag             10:00 – 18:30 Uhr
Samstag          08:30 – 18:30 Uhr
Sonntag          08:30 – ca. 15:00 Uhr

Bei allen Kursen ist das Mittagessen sowie Getränke und Obst/Kuchen mit inbegriffen.

Osteopathie im 21. Jahrhundert

bedarf einer Ausweitung unseres therapeutischen Erfassens und Wirkens als osteopathische Behandler.

Systemisch überlagerte und somit vegetativ dysregulierte Patienten füllen zunehmend unsere Praxen – es scheint im Umgang mit diesen Beschwerdebildern notwendig zu sein, auch auf anderen, für uns Osteopathen ungewohnte, Ebenen analytische und therapeutische Kompetenzen anbieten zu können.

Als klassische Hands-On-Therapie war es dem Osteopathen bislang vorbehalten, den Menschen in seiner Gesamtheit mit den Händen zu begreifen – diese Tatsache macht bis heute den besonderen Reiz unseres Berufes aus. Es findet eine außergewöhnliche, relativ nonverbale, haptisch-energetische Kommunikation mit den Geweben und somit dem ganzen Menschen statt.
Die Osteopathie bleibt bis heute ein offenes, sich immerfort weitendes und entwickelndes Konzept.
Nach wie vor um Vollständigkeit bemüht, scheint es heutzutage aber notwendig zu sein, den Patienten auch auf einer verbal-kommunikativen Ebene anamnestisch „abzuholen“ und auch auf der verbal-gedanklichen Ebene, lösungsorientierte Gesprächsimpulse anbieten zu können.
Da konditionierte Verhaltensweisen den körperlichen Zustand stark beeinflussen, ist es nur folgerichtig, auch als Osteopath, das therapeutische Wirkungsspektrum daraufhin auszurichten – oder, wie in diesem Kurs: Neues zu erlernen, und Bekanntes zu vertiefen.

Dieser Kurs offenbart Möglichkeiten zum Grundverständnis einer verbalen Kommunikationsebene für osteopathisch denkende und wirkende Therapeuten.
Möglichkeiten zur Förderung des Eigenverständnisses und im Umgang mit „schwierigen“ Patienten.
Möglichkeiten das Selbstverständnis des Patienten zu spiegeln, um daraus, nicht nur wertvolle (Selbst-) Erkenntnisse zu erlangen, sondern pragmatische Hilfestellungen aufzuzeigen, um destruktive Verhaltensmuster modifizieren zu können.

Wir können diese Weiterentwicklung natürlich auf unsere osteopathischen Techniken übertragen.
Osteopathen haben noch nie eindimensionale Techniken angewendet. Dysfunktionen entstehen 3-dimensional und so ist es folgerichtig und nachhaltig, wenn Einschränkungen 3-dimensional befreit und mit der neu gewonnenen Mobilität, 3-dimensional integriert wird. Eine osteopathische Zirkumduktion beinhaltet alle diese Anforderungen in einer Bewegung.
Allerdings werden 3-dimensionale Techniken meist als indirekte Entrollungstechniken gelehrt. Mittels direkter zirkumduktorischer Techniken, werden fixierte Gewebe untersucht, mobilisiert und reinformiert.
Als eine der ältesten Techniken, erfährt hier das GOT eine Renaissance und es wird uns wiedermal klar, wie wunderbar richtig und vollständig unser osteopathischer Ansatz von Anfang an war und ist.

In diesem Kurs werden vor allem GOT-Techniken erlernt, die systemisch und vegetativ-regulierend wirken – wir untersuchen und behandeln vornehmlich vom Neuro-Meningealen-System und von den Diaphragmensystemen aus, um entsprechende Dysfunktionsketten zu normalisieren.
– somit findet ein Schulterschluss zur verbal-therapeutischen Ebene statt und macht unser osteopathisches Wirken ganzheitlich.

Zwei in ihren Bereichen sehr erfahrene Dozenten, bieten hier ein spannendes und aufschlussreiches Feuerwerk an Theorie und praktischer (Selbst-) Erfahrung:

G.O.T.:

  • Eine osteopathische Deutung sog. „Übersteuerungskrankheiten“ in unserer Leistungsgesellschaft.
  • Der Notwendigkeit therapeutische Behandlungsreize dem vegetativen Zustand und der individuellen vegetativen Konstitution des Patienten anzupassen wird hiermit Rechnung getragen.
  • Der Einsatz dynamischer Zirkumduktionen zur Überwindung von dystonen Hindernissen auf dem Weg zu besseren Behandlungsbedingungen und –ergebnissen wird erarbeitet.
  • Das Beste aus dem G.O.T.-Konzept wird erlernt, um die Regulationskompetenzen des Organismus zu optimieren.

Psychologische Basics im Umgang mit besonderen Praxissituationen

  • Die Bedeutung der Ego-States
  • Wirksame Mikroelemente achtsamer Kommunikation in kritischen Interaktionssituationen
  • Empathie, Wertschätzung, Echtheit vs selektiver Authentizität
  • Die Bedeutung von Übertragung und Gegenübertragung in kritischen Situationen während der osteopathischen Behandlung
  • Der bewusste Umgang mit Grenzen
  • Das Beste aus dem Wissen um lösungsorientiertes Handeln
  • Eigene blinde Flecken erkennen können
  • Selbstfürsorge

Die Referenten:

Ben Rodriquez D.O. M.R.O. (D)

Osteopath seit 2005. Dozent an der STILL ACADEMY seit 2009. Lehrt „Anamnese“, „therapeutisches Selbstverständnis“, „G.O.T.“, „Wirbelsäule“ und begleitet die klinische Arbeit der Schüler am Patienten.

Dipl. Psych. Gert Kowarowsky
Psychologischer Psychotherapeut, Supervisor, Lehrtherapeut, Fachbuchautor.

Seit Jahrzehnten als Psychotherapeut und als Dozent tätig, hat er sich intensiv mit dem Thema „Der schwierige Patient“ befasst – sowohl theoretisch als auch praktisch. Er gibt sein Wissen
und seine Erfahrung sowohl in Veröffentlichungen und Ausbildungs-Seminaren weiter.